MENSCHENZEIT Zerstören oder gestalten?

Montag, 21. Februar 2011

Primitive Ökosysteme

Wirklich gutes Perspektivenstück des Ornithologen Peter Bertold in der neuen Ausgabe von "Max-Planck-Forschung": "Viele Agrar-Technokraten steuern offenbar immer mehr ganz einfache, reduzierte Ökosysteme an – im Osten etwa Mensch-Reis-Geflügel-Süßwasserfische, dazu etwas Gemüse und Früchte; bei uns Mensch-Weizen-Mais-Schwein-Rind und einige Zusatz- und Luxusprodukte. Inzwischen wissen wir: Solche Minisysteme lassen sich auf Dauer nicht stabil halten. Geflügelpest (Vogelgrippe), ein gegenüber Pestiziden resistenter Maiswurzelbohrer oder eine Art Getreide-Aids könnten ein Glied der kurzen Kette herausbrechen und damit schlagartig Millionen Menschen dahinraffen. (...) Ökosysteme sind umso stabiler, je arten- (oder auch sorten-)reicher sie sind. Allein daher sollten wir möglichst viele Arten erhalten. Dazu kommen noch weitere Gründe. So nutzen wir bisher nur einen Bruchteil der oben genannten zehn Millionen Arten. Aber schon dabei erweisen sich für fast jeden Fortschritt bestimmte Arten als Schrittmacher. Praktisch jede Art könnte also irgendwann eine Schlüsselrolle für wesentliche Bereiche unseres Lebens spielen. Daher sollten wir vorsorglich so viele Arten erhalten wie möglich."
Suche
Kalender
Zurück Juni '13
Mo Di Mi Do Fr Sa So
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
BLOG ABONNIEREN
TERMINE

Termine zu Lesungen und Diskussionsveranstaltungen mit Christian Schwägerl finden Sie hier.

zu den Terminen